Wirecard...

Wirecard...

Veröffentlicht von Johannes Magar  /  am 24. Juni 2020

Das Ausmaß der Bilanzmanipulation ist einfach nur erschreckend. Dass ein DAX Konzern 1,9 Milliarden € bilanziert, die gar nicht vorhanden sind ist eigentlich immer noch nicht fassbar.
Es handelt sich um eine kollektives Versagen des internen Controlling, der Wirtschaftsprüfer EY, der Bankaufsicht und den kreditgebenden Banken.
Insgesamt 15 Banken haben über ein Konsortium Kredite an Wirecard vergeben in der Größenordnung von 1,7 Milliarden €. Ganz vorne mit dabei sind die ING Bank, die ABN Amro,  die Landesbank Baden-Württemberg und die Commerzbank mit je 200 Mio €, danach kommen Barclays, Credit Agricola, DZ Bank und Lloyds mit je 120 Mio €.
Momentan ist entscheidend, wie sich die Banken verhalten. Die Banken haben am Wochenende signalisiert an einer gemeinsamen Lösung zu arbeiten, allerdings kann hier alles passieren, solange keine von allen beteiligten Banken akzeptierte Lösung gefunden ist.

Der ehemalige CEO Braun wurde ja mittlerweile verhaftet und gegen eine Kaution von 5 Mio € wieder freigelassen. Er musste mittlerweile 5 Millionen (Gegenwert 155 Mio €) seiner 8,7 Millionen Aktien verkaufen, weil er wohl einen Teil über Kredite finanziert hatte.

Der neue Interimsvorstand James Freis hat wohl einen guten Ruf und geniesst momentan als Einziger des Wirecard Management das Vertrauen an den Kapitalmärkten. Er hatte früher für die deutsche Börse AG gearbeitet, ist Amerikaner und erst vor ein paar Wochen zu Wirecard gestoßen.

Seine Herkulesaufgabe ist es jetzt, die Banken aber auch die vielen teils prominenten Kunden (bspw. Aldi) bei der Stange zu halten.
Auch muss er den Verlust der Banklizenz dringend vermeiden.

Es gibt auch wohl erste Konkurrenten von Wirecard, die an einen Übernahme denken. Hier werden Preise von 15€ pro Aktie genannt (reine Spekulation aus meiner Sicht).
Die Marktkapitalisierung von Wirecard ist mittlerweile auf rund 2 Milliarden € gesunken. 

Wie geht es weiter?

Entscheidend ist das Verhalten der Banken. Sie müssen weitere Kredite geben, um Wirecard am Leben zu erhalten. Dazu ist es allerdings notwendig das ganze Ausmaß der Bilanzmanipulation und die Schuldigen zu kennen. Bis dahin werden noch einige Tage vergehen.

Solange wird sich die Aktie von Wirecard sehr volatil verhalten. Erst die Einigung mit den Kreditgebern oder auch eine Übernahme wird der Spekulation an den Aktienmärkten eine Ende setzen.

Seriös kann man momentan noch keine endgültige Einschätzung abgeben, ob Wirecard überleben wird oder nicht.

Würde ich nach einer Einschätzung gefragt wäre meine Meinung auf Basis des Kenntnisstandes heute:

60% Überleben, 40% Pleite. 

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In diesem Blog möchte ich leicht verständliche Informationen und Erklärungen über das sehr interessante Thema Krypto-Währungen posten, aber auch Informationen über wichtige wirtschaftliche Aspekte geben, die aus meiner Sicht das private Vermögen aller betreffen werden/können.

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Bei allen Artikeln handelt es sich um meine persönliche Meinung und Einschätzung und stellen zu keinem Zeitpunkt eine Anlageberatung dar, oder sind als Anlageberatung zu verstehen.

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