Politik greift stärker in den Wohnungsmarkt ein

Politik greift stärker in den Wohnungsmarkt ein

Veröffentlicht von Johannes Magar  /  am 6. Februar 2019
Seit dem 01.01.2019 hat der Gesetzgeber eine Kappungsgrenze für Mieterhöhungen nach Modernisierungen eingeführt. Diese Regulatorik macht Modernisierungen zunehmend uninteressanter und hat vor allem Auswirkungen auf das Geschäft der großen Immobilienkonzerne.

Seit Anfang des noch jungen Jahres haben die Kurse der börsennotierten Immobilienkonzerne Vonovia, Deutsche Wohnen, LEG und TAG Immobilien um durchschnittlich 10% zugelegt.

Die Konzerne profitierten in der Vergangenheit stark vom allgemeinen Anstieg der Immobilienpreise in den deutschen Großstädten.

So hat der Konzern Deutsche Wohnen rund zwei Drittel seiner 162.000 Wohnungen allein in Berlin. Damit ist er eine wichtige Größe im Berliner Wohnungsmarkt und damit den Politikern ein Dorn im Auge.

Eine neu gegründete Bürgerinitiative will beispielsweise alle Konzerne mit einem Bestand von mehr als 3.000 Wohnungen enteignen. Eine drastische Maßnahme, die laut Gesetz tatsächlich möglich ist, allerdings nur dann, wenn die enteigneten Konzerne angemessen entschädigt werden.

Der Berliner Bürgermeister Müller (SPD) will einen moderateren Weg beschreiten und rund 50.000 Wohnungen, die im Jahr 2004 an den Konzern Deutsche Wohnen verkauft wurden; nun wieder zurückkaufen.

Die angedachten Maßnahmen in Berlin sind sicherlich drastisch, doch viele Großstädte versuchen mehr oder weniger moderat in den Wohnungsmarkt einzugreifen. Eine beliebte Maßnahme ist hier die Ausweisung von sozialen Erhaltungsgebieten. Eine im Bundesbaugesetz geregelte Möglichkeit.

Doch auch der Bund hat mit der Einführung einer Kappungsquote für Mietpreiserhöhungen nach Modernisierungsmaßnahmen in das Geschäftsmodell der großen Immobilienkonzerne eingegriffen.

Das neue Gesetz sieht vor, dass Mieten in Wohnungen, die modernisiert werden und dessen Durchschnittsmiete unter 7 € pro qm liegen; um maximal 2€ pro qm erhöht werden dürfen (Durchschnittsmieten über 7 € um maximal 3 €).

Daraufhin haben die großen Konzerne schon angekündigt, dass sie weniger Geld für Renovierungen und Modernisierungen ausgeben möchten und stattdessen mehr in den Neubau von Wohnungen investieren möchten.

Fazit:

Nachdem die Aktien der börsennotierten Wohnungsbauunternehmen in diesem Jahr schon recht stark gestiegen sind, spricht aufgrund der beschriebenen Herausforderungen vieles dafür, dass zunächst mal die Luft raus ist bei den Kursen der Immobilienaktien.

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