Goldpreis tritt auf der Stelle

Goldpreis tritt auf der Stelle

Veröffentlicht von Johannes Magar  /  am 26. September 2017
1.300 $ pro Feinunze sind momentan das Maß der Dinge beim Goldpreis. Aktuell „kämpft“ der Goldpreis mal wieder mit dieser Marke. Das Jahr 2017 begann für alle Goldbesitzer vielversprechend. Der Goldpreis stieg relativ zügig von 1.150 $ auf rund 1.300 $ bis Ende April. Nach einem kurzen Anstieg auf 1.360 $ Anfang September ist er wieder Richtung 1.300 $ zurückgefallen.

Goldpreis

Maßgeblich für den kurzen Anstieg auf 1.360 $ war das Säbelrasseln zwischen den USA und Nordkorea. Es zeigte sich mal wieder dass Gold empfindlich (= höhere Preise) auf weltpolitische Spannungen reagiert.

Doch was bewegt den Goldpreis noch zurzeit?

Zum einem die stetige Nachfrage der russischen Zentralbank, die, bezogen auf ein Jahr, ihren Goldbestand um 15 Tonnen weiter ausgebaut hat und nun 1.744 Tonnen Gold in ihren Tresoren lagert.

Auch Indien hat die Goldimporte weiter erhöht, diese sind aktuell dreimal höher als vor einem Jahr. Die Importe in Indien dienen aber hauptsächlich dazu, den Hunger der indischen Bevölkerung nach Goldschmuck zu stillen, weniger um Goldreserven aufzubauen.

Und schließlich hat auch China die Goldimporte im Jahr 2017 um 30% erhöht (Quelle: World Gold Council)
Auf der anderen Seite führen die gestiegenen Realzinsen dazu, dass Anleger sich wieder verstärkt den Anleihemärkten zuwenden und somit dem Goldmarkt Liquidität entziehen.

Auch die nach wie vor freundlichen Aktienmärkte lenken das Geld von Anlegern eher in diese Assetklasse als in Gold.

Die Pros und Contras halten sich zurzeit die Waage, weshalb ich nicht von einem nachhaltigen Anstieg des Goldpreises bis Ende des Jahres ausgehe.

Einen wesentlichen Aspekt muss jedoch jeder Anleger aus dem Euro-Raum beachten. Nämlich die Tatsache, dass Gold in Dollar pro Feinunze gehandelt wird. Somit bleibt das Währungsrisiko Euro/Dollar.

Nachdem der Dollar seit Januar gegenüber dem Euro rund 15% verloren hat, bedeutet dies für den europäischen Anleger, dass er auf Euro Basis in diesem Jahr mit Gold keine Geld verdienen konnte. Denn die 15% Wertsteigerung im Gold wurde wieder durch den 15%igen Kursrückgang des Dollars gegenüber dem Euro vernichtet.

Ärgerlich aber die Realität.

Fazit:

Beim Goldkauf immer an das Währungsrisiko Euro/Dollar denken. Um Geld zu verdienen müssen zwei Faktoren gleichzeitig berücksichtigt werden:

  1. Der Goldpreis muss steigen.
  2. Der Dollar darf gegenüber dem Euro nicht an Wert verlieren.
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