Ethereum und Ether – Das steckt hinter der zweitgrößten Kryptowährung

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Ethereum und Ether – Das steckt hinter der zweitgrößten Kryptowährung

Veröffentlicht von Johannes Magar  /  am 21. Juli 2021

Ethereum (https://ethereum.org) ist neben Bitcoin die zweit bekannteste und auch zweitgrößte Blockchain auf Basis von Open Source. Die Kryptowährung dieser Blockchain trägt die Bezeichnung Ether (ETH). Häufig wird Ether auch als Ethereum bezeichnet, ist aber nur ein Teil dieser Blockchain. Es muss klar zwischen Ethereum und Ether unterschieden werden. Die Reduzierung von Ethereum zu einer herkömmlichen Blockchain für Kryptowährungen greift viel zu kurz. Ether basiert auf der Ethereum-Blockchain.

Natürlich können Anwender Ether genauso kaufen und verkaufen wie Bitcoin auch. Grundsätzlich ist es möglich auf nahezu allen Handelsplattformen Ether zu kaufen. Nicht ohne Grund ist Ether nach Bitcoin die zweitgrößte Kryptowährung. Auf gängigen Plattformen ist es auch möglich Ether gegen andere Kryptowährungen zu tauschen.

Die Ethereum-Blockchain stellt eine Fülle von Möglichkeiten zur Verfügung, auf die wir nachfolgend ausführlicher eingehen. Da Ethereum die Möglichkeiten von Blockchains weit über die von Bitcoin hinaus erweitert, bezeichnen viele Experten Ethereum auch als Blockchain 2.0. Etherum stellt ein dezentrales Ökosystem dar.

Die Geschichte von Ethereum geht auf den Programmierer Vitalik Buterin zurück, der die Blockchain 2013 entworfen hat. Durch ein Crowdfunding-Projekt steht Ethereum seit 2015 der Öffentlichkeit zur Verfügung. Ethereum ist also sehr viel jünger als Bitcoin. Die Blockchain von Bitcoin gibt es seit 2007/2008.

Was ist der Unterschied zwischen Ethereum und Bitcoin?

Der größte Unterschied zwischen der Bitcoin-Blockchain, deren Kryptowährung ebenfalls Bitcoin lautet, und der Ethereum-Blockchain mit Ether, bestätigt in zusätzlichen Funktionen, die Ethereum bietet. Mit der Ethereum-Blockchain lassen sich in der öffentlichen Blockchain auch Funktionen wie das Übertragen von digitalen Assets und Smart Contracts nutzen. Zum Bezahlen von digitalen Assets und für Gebühren der Smart Contracts können Nutzer von Ethereum auch auf die Kryptowährung Ether zurückgreifen. Wir gehen auf dieses Thema in diesem Beitrag noch ausführlicher ein.

Eine weitere Möglichkeit in der Ethereum-Blockchain ist das Betreiben von dezentralen Apps (DApps/dApps) die in der Blockchain laufen können. Entwickler können also Programme entwickeln, die in der Ethereum-Blockchain laufen und auf den Knoten der Blockchain nutzbar sind. Es muss für die Programme keinen zentralen Computer (Server) geben und auch eine Installation auf einem einzelnen Computer ist nicht notwendig. Ethereum ermöglicht das Betreiben der Anwendungen direkt in der Blockchain, und stellt gleichzeitig die Sicherheitsfunktionen der Blockchain für die integrierten Apps zur Verfügung.

Praktischer Nutzen von Blockchains über die Verwendung von Kryptowährungen hinaus

Ethereum ist also nicht nur die Blockchain für eine Kryptowährung, wie viele andere am Markt. Ethereum steht auch für Unternehmen und Organisationen als Plattform zur Verfügung, um Assets in die Blockchain zu integrieren. Zu den bekanntesten Möglichkeiten gehört die Verwendung von Smart Contracts. Bei den „intelligenten Verträgen“ handelt es sich um Computerprogramme, die in der Blockchain zum Einsatz kommen. Diese entsprechen grundsätzlich herkömmlichen Verträgen in Form von Papier, übertragen in die digitale Welt. Für die Entwickler von Smart Contracts und DApps gibt es die kostenlose Programmiersprache Solidity, die sich über reges Wachstum erfreut.

Intelligente Verträge (Smart Contracts) kommen zum Beispiel bei Lieferketten (Supply Chains) zum Einsatz. Lieferanten und Kunden können über diese dezentralen und sicheren Programme Aktionen, wie das Bestellen und Bezahlen von Produkten automatisiert auslösen. Sind Produkte mit Sensoren ausgestattet, erkennt die Blockchain den aktuellen Standort der Lieferung und kann beim Eintreffen automatisiert Zahlungen auslösen, auch über Ländergrenzen hinweg. Dadurch lassen sich übrigens auch Fälschungen vermeiden.

Das erhöht die Sicherheit, Effizienz und Geschwindigkeit des Warenverkehrs deutlich. Die verschiedenen Möglichkeiten von Smart Contracts finden Sie zum Beispiel auf der Seite „11 Einsatzgebiete für Ethereum Smart Contracts“ (https://blockchainwelt.de/11-einsatzgebiete-fuer-ethereum-smart-contracts/). Bei diesen Einsatzgebieten kommt sehr häufig die Ethereum-Blockchain zum Einsatz. Die Bitcoin-Blockchain ist dazu nicht in der Lage. Wer tiefer in die Materie eintauchen will, findet auf der Seite „Was sind Smart Contracts? | Definition und Erklärung“ (https://blockchainwelt.de/smart-contracts-vertrag-blockchain-2/) ausführlichere Informationen.

Smart Contracts und die Möglichkeit digitale Assets mit der Blockchain zu übertragen, geht also um die einfache Funktion der Bitcoin-Währung hinaus. Es gibt, neben Ethereum, weitere Blockchain-Lösungen, die ähnliche Funktionen bieten, die bekannteste ist Hyperledger Fabric (https://www.hyperledger.org/use/fabric). Im Gegensatz zu Ethereum, bietet Hyperledger Fabric aber keine öffentlichen Blockchains, sondern ist auf private Blockchains zwischen Unternehmen fokussiert.

Bitcoin und Ethereum in Co-Existenz

Auch wenn es sich bei Bitcoin und Ethereum um zwei verschiedene Blockchains handelt, und Bitcoin sowie Ether unterschiedliche Kryptowährungen sind, teilen sich beide ein ähnliches Schicksal und werden häufig miteinander verglichen. Bitcoin und Ether sind die beiden größten und bekanntesten Kryptowährungen. Steigt der Wert von Bitcoin, ist auch zu erwarten, dass Ether im Wert steigt. Das gilt natürlich auch für die andere Richtung, wie sich am Chartverlauf der beiden Kryptowährungen zeigt.

Im Gegensatz zu Bitcoin, gibt es bei Ethereum keine Begrenzung von Ether, sondern ein jährliches Kontingent. Auch der Konsensalgorithmus unterscheidet sich zwischen den beiden Kryptowährungen, zumindest in der neuen Version 2.0 von Ethereum. Im Beitrag „Der Unterschied zwischen Proof of Work und Proof of Stake“ (https://johannesmagar.de/der-unterschied-zwischen-proof-of-work-und-proof-of-stake/) sind wir bereits ausführlich darauf eingegangen.

Da es bei Ethereum 2.0 kein energiehungriges Schürfen (Mining) wie bei Bitcoin gibt, ist die Blockchain natürlich wesentlich energiesparender. Durch den geringeren CO2-Fussabdruck von Ethereum 2.0, hat die Blockchain in der Fachwelt und der Öffentlichkeit einen wesentlich umweltfreundlicheren Eindruck als Bitcoin hinterlassen. In der Ethereum-Blockchain gibt es Full Nodes, welche die komplette Blockchain speichern, und Light Nodes, welche nur einen Teil speichern, dafür aber schneller im Einsatz sind.

Ethereum bietet durch seine unterschiedliche Struktur auch eine wesentlich höhere Geschwindigkeit bei der Verarbeitung von Transaktionen. Das ist beim Einsatz von dezentralen Apps (DApps) und Smart Contracts natürlich extrem wichtig. In Blockchains wird die Geschwindigkeit normalerweise in Transaktionen pro Sekunde (TPS) gemessen. Hier bietet Ethereum eine Leistung von 15 TPS. Es gibt aber bereits Entwicklungen, die bis zu 20.000 TPS ermöglichen (https://medium.com/matter-labs/zkporter-a-breakthrough-in-l2-scaling-ed5e48842fbf). Bitcoin liegt her aktuell bei etwa 7 TPS.

Dezentralisierte Finanzgeschäfte mit Ethereum

Durch die Möglichkeit DApps und Smart Contracts in der Blockchain zu nutzen, eignet sich Ethereum auch für dezentralisierte Finanzgeschäfte. In der Blockchain-Fachwelt tragen diese Geschäfte auch die Bezeichnung „DeFi“ „Decentralized Finance“.

Das bedeutet, dass sich ähnliche Finanzgeschäfte wie mit Banken in der Blockchain abwickeln lassen. Banken selbst sind hier keine notwendig, da die Blockchain durch ihre Struktur keinen Vermittler und keine zentrale Kontrollstelle benötigen. Auch das komplizierte Eröffnen von Konten ist nicht notwendig. Ein digitales Wallet ist problemlos nutzbar, um Währungen zu übertragen. Das vereinfacht solche Vorgänge enorm und erhöht gleichzeitig auch die Sicherheit und die Geschwindigkeit der Vorgänge. Selbst Kredite sind in dieser Form umsetzbar.

Die Blockchain kontrolliert sich selbst, die verschiedenen Knoten in der Blockchain achten auf die Konsistenz und Echtheit der Transaktionen. Intermediäre sind bei Finanzgeschäften mit der Blockchain genauso wenig notwendig, wie zentrale Server. Von jedem Internetzugang aus kann eine Verbindung zur Blockchain aufgebaut werden. Anschließend lassen sich Finanzgeschäfte in der Blockchain sicher, transparent und schnell ausführen. Auch internationale Übertragungen von Assets ist mit Ethereum problemlos möglich, auch hier sind Intermediäre nicht mehr notwendig.

Ethereum Virtual Machine (EVM) und Gas

Smart Contracts sind ein elementarer Bestandteil von Ethereum. Normalerweise werden diese in der kostenlose Programmiersprache Solidity programmiert. Innerhalb der Blockchain laufen diese Programme anschließend in einer Ethereum Virtual Machine (EVM). Die EVM ist daher die Basis der Smart Contracts in der Ethereum-Blockchain. Die Ethereum Virtual Machine (EVM) ist die Laufzeitumgebung für dApps und stellt eine Zwischenebene in der Blockchain dar. Gleichzeitig schützt die EVM die Smart Contracts vor unerlaubten Zugriffen oder Angriffe von Hackern und Malware.

Für die Ausführung von DApps/dApps und Smart Contracts in der Ethereum Virtual Machine (EVM) ist die Bezahlung in „Gas“ notwendig. Dabei handelt es sich um eine interne Bezahlform in der Blockchain, mit der die einzelnen Knoten „bezahlt“ werden, die wiederum die Transaktionen der Smart Contracts und dApps validieren. Gas entspricht den Transaktionsgebühren bei anderen Kryptowährungen. Der Preis von Gas basiert auf „Gwei“. Dabei handelt es sich um die kleinste Einheit von Ether. Hier entsprechen 1.000.000.000 Gwei einem Ether.

Ethereum 2.0 – Die neue Generation der Ethereum-Blockchain

Die Ethereum-Entwickler arbeiten derzeit bereits an Ethereum 2.0. Die neue Version bietet zum Beispiel einen Wechsel zum Proof-of-Stake-Algorithmus. Dadurch lässt sich der oben bereits erwähnte Energieverbrauch deutlich reduzieren. Mehr dazu im Beitrag „Der Unterschied zwischen Proof of Work und Proof of Stake“ (https://johannesmagar.de/der-unterschied-zwischen-proof-of-work-und-proof-of-stake/). Eine weitere Neuerung in Ethereum 2.0 ist die neue Laufzeitumgebung namens eWASM. In dieser sollen zukünftig die Smart Contracts laufen. Mit der neuen Version von Ethereum kommt auch die neue Version von Ether: ETH2. Die beiden Versionen arbeiten eng miteinander zusammen und lassen sich auch untereinander tauschen.

Über diesen Blog

In diesem Blog möchte ich leicht verständliche Informationen und Erklärungen über das sehr interessante Thema Krypto-Währungen, speziell den Bitcoin, posten. Zusätzlich werde ich auch Informationen und meine persönliche Einschätzung über wichtige wirtschaftliche Aspekte geben, die aus meiner Sicht das private Vermögen aller betreffen werden/können.

Es gibt mittlerweile einige interessante Krypto-Währungen, doch der König ist nach wie vor der Bitcoin. Er existiert am längsten, hat den mit Abstand höchsten Umsatz und bringt alles mit, was eine interessante, spannende Geldanlage ausmacht.

Gerade in Zeiten von besorgniserregenden Schulden weltweit und einer ausufernden Geldmenge, bietet er eine interessante Alternative zu den traditionellen Währungen und Geldanlagen. 

Bei allen Artikeln handelt es sich um meine persönliche Meinung und Einschätzung und stellen zu keinem Zeitpunkt eine Anlageberatung dar, oder sind als Anlageberatung zu verstehen.

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