Der Ölpreis auf dem Sinkflug

Der Ölpreis auf dem Sinkflug

Um rund 40% ist der Ölpreis seit Anfang Oktober gefallen. Man kann hier getrost von einem Crash sprechen. So schön die Preisentwicklung für uns Verbraucher ist, umso unangenehmer ist sie für die erdölproduzierenden Länder. Was waren die Gründe für den drastischen Kursverfall?

Bis Anfang Oktober trieb die Sorge vor einer Knappheit an Öl, bedingt durch die US-Sanktionen gegen den Iran, den Ölpreis (Sorte Brent) auf 86 $ pro Barrel. Dann erfolgte der Absturz.

Der starke Verfall des Ölpreises hatte, wie meistens, mehrere Gründe: zunächst vermeldeten Russland, Saudi-Arabien und die USA eine Ölproduktion auf Rekord Niveau.

Und das in einer Phase, als schwache Wachstumszahlen der Weltwirtschaft auf ein Abkühlen der Konjunktur hindeuteten.

Und dann lockerten die USA die Sanktionen gegen den Iran im Bezug auf die iranische Ölproduktion.

Alles in allem eine gefährliche Gemengelage für den Ölpreis, der entsprechend reagierte und massiv verlor.

Wie geht es weiter im neuen Jahr?

Saudi-Arabien und Russland sind die großen Player am Markt. Während das russische Staatsbudget bei Kursen um die 50 $ finanziert werden kann, benötigt Saudi-Arabien 80 $.

Deshalb setzte sich Saudi-Arabien beim OPEC Treffen Mitte Dezember besonders stark für eine Drosselung der Ölproduktion ein. Letztlich haben sich die 15 OPEC Mitglieder auf eine Förderkürzung um 1,2 Millionen Barrel geeinigt. Diese sollen zunächst für eine halbes Jahr gelten bis April, wenn die Erleichterungen des Embargos der Amerikaner gegen den Iran aufgehoben werden.

Da auch die wichtigen amerikanischen Öl-Produzenten bei aktuellen Preisen nicht profitabel produzieren können, werden sie Druck auf den amerikanischen Präsidenten hinsichtlich einer Verschärfung des Embargos gegen den Iran ausüben.

Allgemein gehen die Experten von einem höheren Ölpreis im nächsten Jahr aus. Neben den oben genannten Gründen wird von einer um 3,5% höheren Nachfrage (gegenüber 2018) nach Öl ausgegangen. Dies soll den Ölpreis auf rund 68 $ treiben. Dies entspräche einem Anstieg auf Basis des aktuellen Preises (53 $) von immerhin 28%.

Fazit:

Es gibt gute Argumente für einen höheren Ölpreis. Doch letztlich wird der Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Experten liegen häufig falsch in ihren Einschätzungen bezüglich der Marktpreise. So hatte keiner den massiven Preisverfall der letzten 3 Monate vorhergesehen.

Ich werde die weitere Entwicklung, hier in meinem Block, verfolgen. Es bleibt spannend.

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