Der Kryptomarkt steht vor der Regulierung

Der Kryptomarkt steht vor der Regulierung

Das enorme Interesse für die Kryptowährungen und die rasanten Kursausschläge haben mittlerweile die staatlichen Aufsichtsbehörden alarmiert. Nun wollen sie zur Tat schreiten.

Der deutsche Finanzminister Peter Altmaier und der französische Amtskollege Bruno Le Maire sind anscheinend die treibende Kraft hinter dem Vorstoß, den Kryptomarkt zu regulieren. Sie wollen den Finanzminister-Kollegen beim nächsten Treffen der G20 Finanzminister im Frühjahr in Argentinien einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten.

Zur Zeit kann man nur spekulieren, wie der Vorschlag genau aussehen wird. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung mit Aufsichtsbehörden versuche ich nachfolgend mal eine Einschätzung zu geben, wohin die Reise gehen könnte.

Ich bin überzeugt, dass folgende drei Bereiche in dem Entwurf berücksichtigt werden:

  • Verbraucherschutz
  • Vermeidung der Geldwäsche
  • Besteuerung von Gewinnen

Beim Verbraucherschutz wird es um die Aufklärungspflichten gegenüber dem Anleger gehen. Dabei soll gewährleistet sein, dass sich der Käufer von Kryptowährungen stets über die Risiken bewusst ist, die mit dem Kauf einer Kryptowährung einhergehen. Neben den Kursrisiken sind dies vor allem auch die Risiken des Diebstahls von Währungen durch Hacker bzw. sonstige Cyber-Kriminelle.

Vor allem die vielen ICO`s werden reguliert werden. Da zu erwarten ist, dass sich viele Länder, die nicht zur Gruppe der G20 gehören, ebenfalls den Regelungen anschließen werden, wird bei zukünftigen ICO`s das einfache Erstellen eines Whitepapers nicht mehr ausreichen, um Investoren-Gelder einsammeln zu können. Vielmehr müssen aussagekräftige Prospekte über die Risiken des ICO informieren, die Initiatoren werden der Prospekthaftung unterliegen.

Die Vermeidung der Geldwäsche wird den Staaten besonders am Herzen liegen.

Haben doch vor allem die Kryptowährungen den Ruf, von Kriminellen besonders gerne als Zahlungsmittel genutzt zu werden, da bei den Transaktionen ein hoher Grad an Anonymität gewahrt ist.

Vor allem die vielen Kryptobörsen werden hier gefordert werden. Ich gehe davon aus, dass Kryptobörsen zukünftig nur noch mit Zulassung durch die jeweilige Bankenaufsicht des Landes ihres Gesellschaftssitzes operieren dürfen. Dies wird ein gravierender Einschnitt sein. Viele Börsen werden ihre Geschäfte aufgeben. Gewinner werden die schon heute regulierten Börsen wie bspw. bitcoin.de sein, die unter dem Haftungsdach der Fidorbank operieren und somit durch die BaFin in Deutschland reguliert sind.

Und schließlich die Besteuerung der Gewinne. Eine nachhaltige Kontrolle der ordentlichen Besteuerung von Kursgewinnen aus dem Handel mit Kryptowährungen kann nur gewährleistet werden, wenn die Anonymität des Handels aufgehoben wird. Dies wird am effektivsten durch Kontrollmitteilungen erzielt werden können, wie sie auch jetzt schon in der OECD im Hinblick auf Bankkonten und Gesellschaftsbeteiligungen erfolgt. Auch bei diesem Thema werden die Kryptobörsen in die Pflicht genommen werden.

Fazit:

Es lag auf der Hand, dass die Regulierung des Kryptomarktes früher oder später von den Staaten forciert werden wird. Die gute Nachricht daran ist, dass der Kryptomarkt mittlerweile ernst genommen wird durch Regierungen und Notenbanken. Die Regulierung wird gravierende Einschnitte bringen, aber den Markt „salonfähig“ machen. Das ist wichtig für die Zukunft des Marktes, die ich nach wie vor als sehr positiv sehe.

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