Bitcoin und der Energieverbrauch

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Bitcoin und der Energieverbrauch

Veröffentlicht von Johannes Magar  /  am 7. Juni 2021

In den letzten Wochen hat sich eine lebhafte Diskussion hinsichtlich der im Bitcoin Netzwerk benötigten Energie entfacht.

Auslöser war ein Tweet von Elon Musk, dem CEO von Tesla, in dem er ankündigte, daß Tesla keine Bitcoins mehr als Bezahlung für den Kauf eines Tesla akzeptieren werde, da der Energieverbrauch im Bitcoin Netzwerk zu hoch sei.

Bei vielen Bitcoin Anhängern hat dieser Tweet für Kopfschütteln gesorgt, hatte doch Tesla erst zwei Monate vorher mit großer medialer Aufmerksamkeit angekündigt, Bitcoin als Zahlungsmittel für den Kauf eines Tesla Autos zu akzeptieren. Natürlich war Herrn Musk und Tesla schon zum damaligen Zeitpunkt bekannt, dass für das Betreiben des Bitcoin Netzwerkes viel Strom benötigt wird. Wieso als jetzt plötzlich die Kehrtwende um 180 Grad?

Zunächst muss man wissen, dass Tesla nach wie vor kein Geld mit der Produktion von Elektroautos verdient, sondern mit dem Verkauf von sogenannten Green Credits, auch Environmental Credits genannt, an die Konkurrenz der Verbrennungsmotoren Hersteller. Allein diese Einnahmen machen Tesla halbwegs profitabel.
Es wurde nun gemunkelt, dass Tesla durch die Verwendung von Bitcoin herbe Einnahme-Verluste zu befürchten hätte, würde der Energieverbrauch der genutzten Bitcoins in die Gesamt-Energie Bilanz des Konzerns eingerechnet.

Nachfolgend möchte ich etwas näher auf den Energie-Verbrauch des Bitcoin Netzwerkes eingehen.

Das weltweite Bitcoin-Netzwerk benötigt mit geschätzten 120 Terra Watt Stunden (TWH) pro Jahr in etwa so viel Energie wie die Niederlande. Ist das viel? Ja! Wird diese Energie verschwendet? Ansichtssache.

Ich persönlich sage: Die Energie wird nicht verschwendet, sondern verwendet. Nämlich dazu, das gesamte Netzwerk mit hunderttausenden Computern zu sichern, alle Bitcoin-Transaktionen zu bestätigen und auf ewige Zeiten in der Bitcoin Blockchain zu speichern.

Alles was elektronisch geschieht benötigt Energie: Das schreiben einer Mail, der Bau und das Fahren eines Tesla, das Bankensystem weltweit, die Nutzung von Social-Media Kanälen, das Telefonieren… die Aufzählung könnte stundenlang fortgeführt werden.

Man schätzt den weltweiten Energieverbrauch auf ca. 160.000 TWH. Davon benötigt das Bitcoin Netzwerk 0,075% oder anders ausgedrückt, 7,5 Basispunkte. Die Höhe der jährlich weltweit verschwendeten Energie wird auf 50.000 TWH geschätzt. In Relation zu dieser unglaublich hohen Zahl benötigt das Bitcoin-Netzwerk nur 0,25%.

Es erstaunt eigentlich, warum das Thema des Energieverbrauches immer nur bei der Diskussion um die Sinnhaftigkeit von Kryptowährungen/-anwendungen im Allgemeinen und Bitcoin im Besonderen hervorvorgebracht wird.

Haben Sie jemals gehört, dass eine Diskussion geführt wird um den Energieverbrauch beim Schürfen und der Produktion von Gold, oder von Lithium für die Herstellung von Auto-Batterien? Von den Umweltschäden und sozialen Ungerechtigkeiten, die damit einhergehen mal ganz zu schweigen.

Nehmen wir das Beispiel Gold:

Schätzungen gehen davon aus, dass bei der Goldgewinnung und -verarbeitung eine um den Faktor zehn höhere Energie benötigt wird, wie beim Betreiben des Bitcoin Netzwerkes. Mehrere Tonnen an Gestein muss aus der Erde herausgebrochen werden, um eine Unze Gold zu gewinnen.

Vergleicht man die Energiekosten im Verhältnis zum Wert, der pro TWH geschaffen wird, schneidet Gold um Längen schlechter ab als Bitcoin.

Doch auch die sozialen Unruhen und Proteste gegen die Folgen des Goldabbaus sind gravierend. Proteste in Argentinien, Rumänien, Peru, Burkina Faso oder Papua-Neuguinea stellen nur die Spitze des Eisberges dar. Gerade erst war zu lesen, dass einer der wesentlichen Gründe für das Abholzen des Regenwaldes in Brasilien der Goldbergbau sei. Zudem vergiftet der Einsatz von toxischen Chemikalien die Umwelt auf Jahre. (Quelle: www.regenwald.org/themen/gold)

Aus Umweltgesichtspunkten lege ich mir lieber einen Bitcoin in mein Wallet als einen Barren Gold in den Banktresor.

Fazit: Die Diskussion um den Energieverbrauch ist wichtig, das trifft sowohl auf die Herstellung von Autos, die Goldproduktion oder das Betreiben des Bitcoin-Netzwerkes zu. Hier sollte jedoch fair diskutiert werden.

Die Blockchain-Technologie, auf der der Bitcoin basiert, ist eine sehr junge Technik. Diese Technik entwickelt sich täglich weiter. Themen wie das Lightning-Netzwerk beim Bitcoin, oder der Wechsel vom Proof of Work zum Proof of Stake bei den jüngeren Krypto-Währungen sind Beispiele für den technischen Fortschritt in der Branche. Dieser Fortschritt geht mit deutlich niedrigerem Energieverbrauch einher.

Schon vor der Kritik durch Elon Musk haben sich 45 Mining- und Krypto-Unternehmen im „Crypto Climate Accord“ auf eine Co² Emission neutrale Energieverwendung geeinigt.

Der umweltbewusste Umgang mit Energie ist bei den vielen jungen, intelligenten Menschen des Krypto-Netzwerkes längst an der Tagesordnung.

Lassen Sie sich durch die von eigenen Interessen geprägten kritischen Äußerungen einiger Protagonisten nicht ablenken von den großen Chancen und positiven Veränderungen, die sich in den kommenden Jahren aus der Blockchain-Technologie für jeden Einzelnen von uns ergeben werden.

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Über diesen Blog

In diesem Blog möchte ich leicht verständliche Informationen und Erklärungen über das sehr interessante Thema Krypto-Währungen, speziell den Bitcoin, posten. Zusätzlich werde ich auch Informationen und meine persönliche Einschätzung über wichtige wirtschaftliche Aspekte geben, die aus meiner Sicht das private Vermögen aller betreffen werden/können.

Es gibt mittlerweile einige interessante Krypto-Währungen, doch der König ist nach wie vor der Bitcoin. Er existiert am längsten, hat den mit Abstand höchsten Umsatz und bringt alles mit, was eine interessante, spannende Geldanlage ausmacht.

Gerade in Zeiten von besorgniserregenden Schulden weltweit und einer ausufernden Geldmenge, bietet er eine interessante Alternative zu den traditionellen Währungen und Geldanlagen. 

Bei allen Artikeln handelt es sich um meine persönliche Meinung und Einschätzung und stellen zu keinem Zeitpunkt eine Anlageberatung dar, oder sind als Anlageberatung zu verstehen.

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