Was passiert zurzeit am Kryptomarkt?

Was passiert zurzeit am Kryptomarkt?

Viel schlechter hätte das Jahr 2018 für die Kryptowährungen nicht starten können. Die wichtigsten Kryptowährungen, allen voran der Bitcoin, starten mit massiven Verlusten ins neue Jahr. Was passiert da gerade?

60 % Kurverlust in 6 Wochen ist selbst für Kryptowährungen außergewöhnlich. Doch genau diesen Verlust erlitt der Kurs des Bitcoins in den letzten Wochen. Und in seinem Sog zog er alle Kryptowährungen und Coins mit nach unten. Ein Blick auf den Chart macht das Desaster deutlich:

Hier wurden, und da bin ich mir sicher, Existenzen vernichtet. Denn wer in dieser Situation nicht mit einem guten Risiko-Management gearbeitet hat, hat massiv Geld verloren.

An dieser Stelle habe ich mehrfach auf den spekulativen Charakter einer Investition in Kryptowährungen hingewiesen, die aktuelle Situation untermauert diese Einschätzung.

Versuchen wir zunächst mal Gründe für diesen massiven Kursverlust zu identifizieren. Aus meiner Sicht sind es im Wesentlichen fünf:

  • Die Einführung des Bitcoin-Future:
    Als am 12.Dezember 2017 der erste Bitcoin Future an der CBOE in den USA eingeführt wurde, hatte der Preis des Bitcoins fast seinen höchsten Stand erreicht. Offensichtlich nutzten die Big Player der Wallstreet den Future, um massiv auf sinkende Kurse des Bitcoins zu spekulieren. Es kann aus meiner Sicht kein Zufall sein, dass kurz nach der Einführung des Futures der Kurseinbruch des Bitcoins seinen Lauf nahm. In verschiedenen Foren wurde spekuliert, dass große Wall Street Adressen, die bisher noch nicht an der „Bitcoin Party“ teilgenommen hatten, den Kurs über den Future nach unten drücken wollen, um dann günstig einsteigen zu können. Eine Einschätzung, die nicht von der Hand zu weisen ist.
  • Anstehende Regulierung:
    Die Regierungen der wichtigsten Industrienationen arbeiten momentan an einer Regulierung der Kryptomärkte. Wie diese genau aussehen wird ist momentan noch unklar. Doch viele Marktteilnehmer sind verunsichert, ist doch vor allem im Bereich der wichtigen Kryptobörsen eine strenge Regulierung zu erwarten.
  • Immer wieder werden Börsen gehackt:
    Vor einigen Wochen traf es die japanische Börse coincheck Inc., der insgesamt NEM Token (XEM) im Gegenwert von rund 530 Millionen USD aufgrund eines Hackerangriffs gestohlen wurden.
    Die Diebstähle sind deshalb so fatal, weil die Spekulanten ihre Coins bei der Börse lagern müssen, um schnell reagieren zu können. Der immer noch umständliche Transfair in eigenen elektronische wallets würde ihre Handlungsschnelligkeit deutlich einschränken.
  • Sorgen um Bitfinex und den Tether Token:
    Schon seit längerem macht sich die Szene rund um die digitalen Währungen Sorgen, hinsichtlich der Bonität und Seriosität des Tether und seiner Schwester Gesellschaft Bitfinex, eine der größten Kryptobörsen weltweit. Der Tether Token spiegelt den USD Kurs 1:1 wieder, ist aber, so befürchtet man, nicht durch tatsächliche Dollarbestände gedeckt. Auch die undurchsichtigen Eigentümer-Verhältnisse bereiten Anlass zur Sorge. Nun hat sich auch die amerikanische Aufsichtsbehörde (Commodity Futures Trading Commission) eingeschaltet und eine Untersuchung eingeleitet.
  • Facebook bannt Krypto-Werbung:
    Das populäre Netzwerk Facebook hat sämtliche Werbung für Kryptowährungen auf seiner Seite verboten. Damit unterstützt auch Facebook die weltweite Kampagne zur Verteufelung von digitalen Währungen.

Was ich immer wieder feststelle, ist der hohe Grad an Unwissenheit, der bei einigen der größten Kritikern der digitalen Währungen vorherrscht. Wer von ihnen hat je das White Paper von Satoshi Nakamoto (wer sich wirklich hinter diesem Namen verbirgt ist bis heute unklar) gelesen? Die Lektüre dieses „Aufsatzes“, der die Idee hinter Bitcoin, den digitalen Währungen und der Blockchain Technologie beschreibt, ist sehr empfehlenswert. Eine deutsche Übersetzung finden Sie hier: https://www.bitcoin.de/de/bitcoin-whitepaper-deutsch

Dass es an den Märkten zu irrationalen Kursbewegungen kam (und immer noch kommt), kann man nicht dem Bitcoin anlasten, sondern dem Menschen selbst und seiner Gier danach, schnell reich zu werden.

Tatsächlich hat sich die Technologie hinter dem Bitcoin in den letzten Wochen deutlich verbessert. Eigentlich müsste der Kurs des Bitcoins höher stehen als noch vor 6 Wochen, da sich Transaktionen mittlerweile viel schneller und kostengünstiger innerhalb des Bitcoin-Netzwerkes umsetzen lassen.

Und die Technologie entwickelt sich rasant weiter, Stichwort „Lightning-Netzwerk“. Am 22.01.2018 soll zum ersten Mal eine Bitcoin Transaktion über dieses schnelle Netzwerk abgewickelt worden sein. Ein Meilenstein! Denn Transaktionen können nun nicht nur schneller, sondern auch deutlich günstiger abgewickelt werden.

Fazit:

Die aktuellen Kurskapriolen können durchaus noch eine Weile andauern. Ein Kursrückgang des Bitcoins in den Bereich um 5.500 – 6.000 USD würde mich nicht überraschen. Dennoch glaube ich persönlich, dass der Kurs des Bitcoins am Jahresende deutlich höher stehen wird als heute.

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