Konzernabspaltungen – bitte zugreifen!

Konzernabspaltungen – bitte zugreifen!

Wenn Unternehmen sich aufspalten oder sich von Ihren Töchtern trennen heißt es für Aktionäre: aufgepasst! Denn der Börsengang der Töchter erweist sich meist als sehr lukrativ.

Das Aufspalten von Unternehmen in einzelne Unternehmensteile ist in letzter Zeit in Mode gekommen. Dahinter verbirgt sich eine einfache Gleichung:

Die Summe der Einzelunternehmen ist mehr wert als der Konzern insgesamt.

Sehr erfolgreiche Beispiele für diese These sind Bayer -> Covestro; Siemens -> Osram; EON -> Uniper
So hat sich der Börsenkurs der Bayer Tochter Covestro seit dem Börsengang im Oktober 2015 um rund 160% nach oben entwickelt, der Börsenkurs der Siemens Tochter Osram seit dem Börsengang im Juli 2013 um rund 130% und der der EON Tochter Uniper seit dem Börsengang im September 2016 um immerhin rund 26%.
Dabei haben die Töchter deutlich besser abgeschnitten als ihre Mütter!

Für dieses Jahr sind weitere Börsengänge von Tochterunternehmen geplant.

Allen voran die Medizintechnik-Sparte von Siemens. Diese soll unter dem Namen Healthineers an die Börse gebracht werden. Es könnte vom Volumen her einer der größten Börsengänge in diesem Jahr werden.
Zwei weitere DAX Unternehmen planen die Aufspaltung von Unternehmensteilen, um sie dann an der Börse notieren zu lassen:
Metro will seinen Lebensmittelbereich vom Elektronikbereich trennen. Die Elektroniktöchter Saturn und Media Markt sollen unter dem Namen Ceconomy in die Börsenwelt entlassen werden.
Und die Deutsche Bank plant ihren erfolgreichen Vermögensverwaltungsteil als Deutsche Asset Management in eine eigenständige, börsennotierte Tochter auszulagern.
Weitere Aufspaltungen, vor allem im Bereich Pharma, Technologie und Automobil sind zu erwarten.

Der Zeitpunkt für Betriebsaufspaltungen ist für große Firmen optimal.

Denn aktuell lassen sich hohe Bewertungen durchsetzen. Einerseits aufgrund der hohen Bewertungen von Aktien an der Börse, andererseits aufgrund fehlender Anlagealternativen.
Handwerklich gibt es bei den Muttergesellschaften einiges zu tun, bevor es zu den Betriebsabspaltungen kommen kann. Ohne ein Beschluss der Hauptversammlung geht gar nichts. Danach bedarf es mindestens einer einjährigen Vorbereitungszeit.
Dies bedeutet, dass sich der Investor darauf lange genug vorbereiten kann und Zeit genug hat, die Abspaltung wirtschaftlich zu analysieren.

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