Gold und US Dollar- Zwei die sich nicht mögen

Gold und US Dollar- Zwei die sich nicht mögen

Anleger aus dem Euroraum müssen beim Kauf von Gold beachten, dass sie gleich zwei Spekulationen eingehen. Auf den steigenden Goldpreis, aber auch auf den fallenden Dollarkurs.

Gold wird an den internationalen Kapitalmärkten in Dollar pro Feinunze gehandelt. Anleger, deren „Heimatwährung“ nicht der Dollar ist, kaufen sich mit dem erworbenen Gold auch gleichzeitig ein Dollarrisiko ein.

Wie hoch der Einfluss des Währungsrisikos sein kann, veranschaulicht sehr gut die Kursentwicklung des Goldpreises seit Anfang des Jahres. Auf Dollarbasis hat der Kurs rund 10 Prozent zugelegt, in Euro gerechnet jedoch zwei Prozent verloren! Ein Unterschied von 12%.

Bei dem Verhältnis von Dollarkurs (gegen Euro) und dem Goldpreis lässt sich eine gegenläufige Entwicklung nachweisen. Steigt der Dollarkurs, fällt der Goldpreis und vice versa. Natürlich nicht immer und auch nicht eins zu eins, aber doch mit schöner Regelmäßigkeit.

Die Erklärung für dieses Verhalten liegt darin, dass Gold in Krisenzeiten als Ersatzwährung für den Dollar angesehen wird. Ist der Dollar stark, lässt der Bedarf für eine Ersatzwährung nach. Auch das Jahr 2017 ist ein gutes Beispiel für diese Theorie.

Während sich der Dollar gegenüber dem Euro sehr stark entwickelte, nämlich von 1,06 im April auf aktuell 1,18, hat sich der Goldpreis, allerdings unter Schwankungen, auf der Stelle bewegt, um die 1.290 $ pro Feinunze.
Viele deutsche Anleger haben sich in den letzten Monaten mit Gold eingedeckt. Einer der Gründe dafür war sicherlich der nach wie vor von der europäischen Zentralbank niedrig gehaltene Zins. Deutschland alleine könnte sich viel höhere Zinssätze leisten, allerdings würden immer noch viele der südeuropäischen Staaten bei deutlich steigenden Zinsen kollabieren, aufgrund ihrer hohen Verschuldung. Also investieren die Deutschen in Gold, denn hier gibt es genau so wenig Zinsen wie bei Bankenfestgeldern, nämlich keine. Aber Gold bietet neben der Risikovorsorge auch potentielles Wertsteigerungspotential.

Gemäß einer Statistik des World Gold Council besitzt im Schnitt jeder Deutsche 1,5 Gramm Gold. Damit führen sie die Hitliste der Staaten an. Und besitzen doppelt so viel Gold wie die Amerikaner oder Chinesen und fünfmal so viel Gold wie die Japaner.

Fazit:

Insbesondere wir Deutschen sollten die Abhängigkeit des Goldpreises vom Dollarkurs im Auge behalten. Wer Gold kauft sollte einen längeren Anlagehorizont haben, um Schwankungen im Dollarpreis und im Goldpreis aussitzen zu können.

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