Fintechs – Die neuen Banken der Zukunft?

Fintechs – Die neuen Banken der Zukunft?

Seit dem Jahr 2008, dem Jahr der großen Bankenkrise, sprießen sie aus dem Boden, die Fintech-Unternehmen. Was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Sind es die Banken der Zukunft?

Der Begriff Fintech ist ein Kunstbegriff, der sich aus den Worten Financial Services und Technologie zusammensetzt.

Gemeint sind damit junge Unternehmen die mit Hilfe technologiebasierter Systeme spezialisierte und besonders kundenorientierte Finanzdienstleistungen anbieten.

Weltweit gibt es mittlerweile tausende solcher Unternehmen, alleine in Deutschland rund 250 (Quelle: Ernst&Young).

Dabei haben sich die Fintechs jeweils auf eine besondere klassische Bankendienstleistung spezialisiert. Diese sind beispielsweise:

  • die Zahlungsabwicklung
  • die Kreditvermittlung
  • die Vermögensverwaltung
  • der Devisenhandel aber auch
  • Versicherungsdienstleistungen

Allen Fintechs ist gemein, dass sie ihre Dienstleistungen ausschließlich über das Internet anbieten. Dabei sind die Gebührenstrukturen einfach und klar.

So bietet beispielsweise der Vermögensverwalter investify.com, ein Luxemburger Startup, eine Web-basierte Vermögensverwaltung an, bei der Kunden eine all-in-fee von einem Prozent zahlen.

investify.com ist ein gutes Beispiel für einen sogenannten „Robo-Advisor“, also ein Anbieter einer automatisierten Vermögensverwaltung. Die Auswahl der von der Vermögensverwaltung gekauften Aktien, Fonds oder Anleihen wird dabei durch den Computer anhand bestimmter Algorithmen vorgenommen.

Als sich im Jahre 2008 viele Banken im Rahmen der Finanzkrise blamiert hatten und teilweise auch ruiniert hatten, entstanden die ersten Fintechs mit dem Ziel, die etablierten Banken abzulösen. Die Internet-Technologie war mittlerweile so weit fortgeschritten, dass es mit einem überschaubaren technischen und finanziellen Aufwand möglich war, internetbasierte Beratungs-Plattformen aufzubauen.

Startup Investoren fanden sich genug; zu verlockend war die Aussicht, den etablierten Banken Geschäft abzujagen.

Einige Jahre später macht sich jedoch Ernüchterung breit. Immer mehr der Fintechs suchen die Kooperationen mit Banken, um genügend Kunden und damit Umsatz zu finden.

Gemäß einer Studie der Unternehmensberatung Sopra Steria, die sich hauptsächlich mit der digitalen Transformation beschäftigt, arbeiten mittlerweile 61% der Banken mit Fintechs zusammen.

Auch investify.com hat gerade seine Kooperation mit der größten deutschen Sparkasse, der Hamburger Sparkasse, angekündigt.

Laut Meinung des Gründers einer der größten Beteiligungsgesellschaften im Finanzbereich J.Christopher Flowers, werden in den nächsten Jahren 90% der Fintech Unternehmen vom Markt verschwinden. Entweder durch Pleiten, oder durch Übernahmen und Fusionen.

Maßgeblich für die Skepsis vieler Experten hinsichtlich der Überlebensfähigkeit von Fintechs ist auch die überbordende Regulation durch die staatlichen Aufsichtsbehörden für Finanzdienstleistungen (in Deutschland die BaFin).

Doch auch die Banken schauen nicht tatenlos zu wie ihnen von neuen Startups das Geschäft weggenommen wird. Mittlerweile hat jede vierte Bank in Deutschland selbst ein Fintech Unternehmen gegründet – oder übernommen.

Die Deutsche Bank beispielsweise hat eine neue „Digitalfabrik“ mit 400 Mitarbeitern gegründet, die sich ausschließlich mit digitalen Bankdienstleistungen beschäftigen.

Fazit:

Die Startup Szene der Fintechs hat den Bankenmarkt aufgerüttelt und einen wichtigen Beitrag für die Bank der Zukunft geleistet. Wie bei anderen Startups auch können nicht alle Fintech Startups überleben. Die Kooperation mit großen Banken ist für viele Fintechs die einzige Rettung und bietet auch den Kunden einen gewissen Schutz ihrer angelegten Gelder.

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