Die Bedeutung Chinas

Die Bedeutung Chinas

Seit der Öffnung des Landes im Jahre 1979 und der damit einhergehenden Zulassung privatwirtschaftlicher Initiativen, hat sich das Land zur größten Volkswirtschaft der Erde entwickelt. Ein bemerkenswerter Prozess.

Profitiert von dieser positiven Entwicklung hat an erster Stelle die chinesische Bevölkerung.

Während 1981, also kurz nach der Öffnung des Landes, noch knapp 900 Mio Menschen unterhalb der Armutsgrenze lebten, sind es heute nur noch rund 25 Mio Menschen, also gerade einmal 2% der Bevölkerung dieses Riesen-Reiches. So ist das Brutto-Inlands-Produkt (BIP) von 290 USD im Jahre 1981 auf aktuell 8.100 USD (!) gestiegen. (Quelle: World Bank Poverty)

Erreicht werden konnte dieser Anstieg durch die starke Export-Orientierung des Landes. Der Export wuchs in den Jahren von 1992 bis 2014 um durchschnittlich 16%, ein Wachstum, das an seine Grenzen stoßen musste.

China hat dies rechtzeitig erkannt und befindet sich aktuell in einem Transformationsprozess weg von der Exportorientierung, hin zu einer konsum- und dienstleistungsbasierten Volkswirtschaft.

Dies ist nur deshalb möglich, weil die hohen Exportquoten zur Schaffung von vielen, neuen Arbeitsplätzen geführt haben und damit zu steigendem Wohlstand.
Seit 2011 ist das Wachstum im Dienstleistungssektor der Hauptwachstums-bringer.

Ein Nachteil dieser Entwicklung liegt im großen Investitionsboom, begleitet durch eine sehr hohe Kreditvergabe und gefördert durch die Geld- und Fiskalpolitik Chinas.

Zwischen 2009 und 2015 lag das durchschnittliche Kreditwachstum bei 20% pro Jahr. Es liegt damit über dem BIP, ein deutlicher Hinweis auf eine Fehlentwicklung.

Die Unternehmensverschuldung hat mittlerweile 210% des BIP erreicht, wobei Staatsunternehmen besonders hoch verschuldet sind.

Die ausgelegten Kredite wurden zur verstärkten Analageinvestitionen genutzt. Ihr Anteil am BIP ist mittlerweile deutlich zu hoch (45% in 2014), was zu Fehlinvestitionen und zur Realisierung unrentabler Projekte geführt hat.

Die chinesische Regierung versucht der ausufernden Kreditvergabe entgegen zu wirken, möchte aber das Wachstum gleichzeitig nicht zu stark bremsen.

Immerhin ist die Auslandsverschuldung gering, so dass nur mit einer geringen „Ansteckungsgefahr“ der internationalen Finanzmärkte zu rechnen ist.

Der Transformationsprozess innerhalb China geht weiter, gleichzeitig wird sich China seiner Rolle auf internationaler Ebene immer bewusster.

Der Anti-Globalisierungskurs der USA unter ihrem Präsidenten Trump verschafft China die Gelegenheit, sich selbst als neue Führungsmacht zu etablieren.

Auch der Rückzug der USA aus der Transpazifischen Partnerschaft (TPP) gibt China die Chance, sich selbst als Ersatz ins Gespräch zu bringen.

Sowohl wirtschaftlich als auch weltpolitisch wird zukünftig an China kein Weg vorbeigehen.

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