Der Einfluss Chinas auf die Weltwirtschaft

Der Einfluss Chinas auf die Weltwirtschaft

In einer Woche ist die Wahl zum(r) neuen US-Präsidenten(in). Gebannt schauen vor allem die Wirtschaftsteilnehmer auf den Wahlausgang. Denn ihr wird eine besondere Bedeutung für die Weltwirtschaft zugesprochen. Doch aus meiner Sicht spielt die Musik in China. Der Einfluss Chinas auf die Weltwirtschaft ist mittlerweile größer als der Einfluss der USA.

In China findet zurzeit ein Strukturwandel statt. Weg von einer reinen Industrie-Gesellschaft hin zu einer Dienstleistungs-Gesellschaft. Die Probleme auf dem Weg dorthin, wie angeschlagenen Banken, oder Immobilienblase (zumindest in Teilen des riesigen Landes), werden die Chinesen meistern. Über die dazu notwendige Liquidität verfügt China.

Schon heute ist der Anteil Chinas am globalen Wirtschaftswachstum höher als beispielsweise der Anteil der USA.

Höhere Wachstumsrate als erwartet.

Die aktuelle Wachstumsrate Chinas liegt mit 6,7% deutlich höher, als von vielen Experten erwartet. (Die Wachstumsrate bezieht sich auf das Bruttoinlands-Produkt, BIP. Das BIP gibt den Gesamtwert aller Güter, d. h. Waren und Dienstleistungen, an, die innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft als Endprodukte hergestellt wurden, nach Abzug aller Vorleistungen. Somit werden nur alle finalen Güter, also Güter auf Stufe der Endverwendung, als Wirtschaftsleistung erfasst.)

Der internationale Währungsfonds hat berechnet, dass 17,3% des weltweiten BIP auf China entfällt. Als Vergleich: USA 15,8%; Deutschland 3,4%.

Daraus ergibt sich bei einem Anstieg der Wirtschaftsleitung Chinas um 17,3% ein weltweites Wachstum von 1,2 Prozentpunkten.

Ohne das hohe Wachstum Chinas befände sich die Weltwirtschaft in einer Rezession

Der internationale Währungsfonds (IWF) schätzt für 2016 ein weltweites Wirtschaftswachstum von 3,1%. Ohne das Wachstum Chinas würde das weltweite Wachstum nur bei 1,9% liegen. Die Schwelle, ab der man von einer weltweiten Rezession ausgeht liegt bei 2,5%.

Das hohe Wachstum in China hat aber auch positive Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum beispielsweise der Rohstoffländer (Russland, Brasilien, Australien, Canada etc.). Wie hoch der Einfluss Chinas auf diese Länder ist kann man an der Korrelation der Währungen dieser Rohstoffländer an die Wachstumserwartungen in China sehen.

Große asiatische Volkswirtschaften hängen ebenfalls von China ab.

Alle großen asiatischen Volkswirtschaften hängen vom Export nach China ab. Dazu zählen beispielsweise Japan, Taiwan, Korea, Indonesien, Thailand, Philippinen. Denn der Exportanteil Richtung China ist bei diesen Ländern sehr hoch. Gemeinsam bringen diese Länder es auf rund elf Prozent des weltweiten BIP.

Auch für die amerikanische Wirtschaft ist China von herausragender Bedeutung

Denn China ist mittlerweile Amerikas drittgrößter Exportpartner. Und zudem der am schnellsten wachsende. Das Wirtschaftswachstum in den USA liegt bei rund 1,6%. Damit ist es schwächer als das weltweite Wachstum. Eine Wachstumsschwäche Chinas könnte das amerikanische Wachstum sehr schnell um rund 0,2 – 0,3 Prozentpunkte reduzieren.

Über die deutsche, sehr stark exportorientierte Wirtschaft und ihre Abhängigkeit von China bedarf es nicht vieler Worte. Nur so viel: Nach den Ländern der EU und der USA liegt China an dritter Stelle.

Ohne das hohe Wachstum in China wäre auch das Wachstum in Deutschland und damit in ganz Europa deutlich niedriger.

Fazit:

So bedeutsam die Wahlen in den USA auch weltpolitisch sind, die eigentliche Musik spielt in China. Trotz aller Probleme dort glaube ich, dass sich das Wachstum in China fortsetzen wird. Eine gravierende Änderung sehe ich in den nächsten Jahren nicht. Das ist gut für die Weltwirtschaft.

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