Bietet das Zinstief auch Vorteile bei der Vermögensanlage?

Bietet das Zinstief auch Vorteile bei der Vermögensanlage?

Negativzinsen bei Spareinlagen, Miniverzinsung bei langlaufenden Rentenpapieren. Das aktuelle Niedrigzins-Umfeld lässt Sparer verzweifeln. Zu Recht?

Wer in diesen Tagen Geld auf dem Girokonto, dem Sparkonto oder dem Festgeldkonto parkt, wird nicht mit üppigen Zinsen belohnt. Im Gegenteil, er darf froh sein wenn er nicht noch Negativzinsen berechnet bekommt. Er wird Opfer der aktuellen Niedrigzinspolitik der europäischen Notenbank.

Da insbesondere die 40% der Bevölkerung, die die geringsten Vermögen besitzen in die oben zitierten Geldanlagen investieren, können Sie als die Leittragenden der Niedrigzinspolitik bezeichnet werden.

Trotz der niedrigen Zinsen ist gemäß dem Research Institut des Vermögensverwalters Flossbach von Storch das Vermögen aller Deutschen Ende 2016 um rund 4,5% höher als zwölf Monate zuvor. Wie das?
Entscheidend für die, trotz niedriger Zinsen, positive Bilanz, sind die Preisentwicklungen bei Aktien, Immobilien und Firmenwerten. Also ausgerechnet die Anlageformen, die von der ärmeren Bevölkerungsschicht nicht oder nur zum geringen Teil berücksichtigt werden.

Obwohl die niedrigen Zinsen vielen Menschen ermöglichen, Darlehen für den Kauf von Eigentumswohnungen oder Einfamilienhäusern aufzunehmen, ist der Anteil an Wohneigentum in Deutschland immer noch sehr gering.

In Deutschland liegt der Anteil nur bei knapp 52%, der niedrigste Wert aller EU Länder. Hier führt die Liste überraschenderweise Rumänien an mit einer Wohnungseigentumsquote von über 96%(!) (Zahlen für 2015; Quelle Statista)

Da viele Investoren, auf der Suche nach Rendite, ihr Geld in Aktien und Immobilien anlegen, steigen die Preise dieser Anlageklassen weiter und erhöhen somit das Vermögen der Menschen, die hier besonders stark investieren.

Während die Verbraucherpreise nur um rund 1,2% steigen, die Vermögen seit 2010 aber um durchschnittlich 4,5% stiegen, ergibt sich unter der Berücksichtigung von Abschreibungen eine reale Rendite von ca. 2%.

Fazit:

Gewinner der niedrigen Kapitalmarktzinsen sind die Anleger, die in Immobilien oder Aktien anlegen, am besten in beide Anlageformen. Da der Anteil der Menschen, die in Aktien und Immobilien investieren in der vermögenden Bevölkerungsschicht deutlich höher ist, als bei den Geringverdienern, geht die Schere zwischen arm und reich weiter auseinander.

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